| |
Frust statt Lust
Legenden und Fakten
Sexualität hat die Menschheit von jeher beschäftigt. Die alten Römer
wollten mit den Zungen von Singvögeln, die Griechen mit Stierhoden die
Manneskraft wiederherstellen. Casanova schwörte auf die Kraft der
Auster und soll jeden Morgen bis zu 50 Austern verspeist haben!
Zerstoßene Tierhörner oder eingelegte Käfer - selbst die Tierwelt muss
herhalten, um die Liebeslust zu steigern. Frauen nutzten überliefertes
Kräuterwissen, um ihr Liebesleben in Schwung zu bringen.
Sex gehört zweifelsohne dazu. Er ist ein wichtiges und bereicherndes
Element des Lebens. Aber trotz Aufklärung, Dauerberieselung und Überstimulierung
durch die Medien in Sachen Lust und Liebe, bleibt
Sexualität eine recht komplexe und komplizierte Angelegenheit.
Probleme im Sexualleben führen zu erheblichen
Belastungen in Partnerbeziehungen.
Sowohl Frauen als auch Männer können unter
sexuellen Störungen leiden. Rund 30 Prozent
aller amerikanischen Frauen sollen Libidoprobleme
(fehlendes sexuelles Interesse / sexuelle
Funktionsstörungen) haben und Untersuchungen zufolge leidet jeder
dritte Mann zwischen 40 und 70 Jahren an Erektionsstörungen. Das sind
statistisch gesehen in Deutschland bis zu 8 Millionen Männer.
Der Weg der Lustmoleküle
Sexuelles Erleben wird durch das Zusammenspiel vieler Faktoren erzielt
und ist ein komplizierter Vorgang zwischen Körper und Seele.
Neben den anatomischen Gegebenheiten ist Sexualität immer an das
Gehirn gekoppelt. Erotische Reize, Atmosphäre und Körperempfinden
spielen dabei eine wichtige Rolle.
Sexuelle Reize stimulieren Nervenzellen im Lustzentrum des Zwischenhirnes.
Durch diese Stimulation kommt es zu einer Freisetzung verschiedener
Botenstoffe, die zu einer Aktivierung von Sexualhormonen (Östrogen,
Testosteron) führen. Östrogen und Testosteron aktivieren "Lustmoleküle",
die wiederum die sexuelle Erlebnisfähigkeit steuern.
Psychische und physische Belastungen verändern diese fein abgestimmte
Hormonkaskade und erzeugen Stresshormone. Das Ergebnis ist eine
Lustblockade auf Molekülebene und die eingeschränkte Produktion von
Geschlechtshormonen..
Sexualstörungen gibt es bei beiden Geschlechtern
Bei Männern zählen dazu: Erektionsstörungen, vorzeitiger oder verzögerter
Samenerguss.
Bei der Frau gehören mangelnde Befeuchtung der Scheide, Orgasmusschwierigkeiten
und fehlende sexuelle Erregung zu den Hauptproblemen.
Krankheiten und Risikofaktoren, die zu Störungen führen können:
- Bluthochdruck
- mangelhafte Durchblutung
- Diabetes
- Hormonstörungen
- Hoher Cholesterinspiegel
- Alkohol-, Zigaretten- und Drogenmißbrauch
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Teufelskreis
Störungen und Probleme im Sexualleben können im Laufe der Zeit zu Versagensängsten, Belastungen des Selbstwertgefühls, negativer Erwartungshaltung und Vermeidung von sexuellen Kontakten führen.
Mangelnde sexuelle Erlebnisfähigkeit kann neben körperlichen auch psychische Ursachen haben!
Lustkiller und Helfer
Leistungsdruck
Durch "Alles geht und alles ist machbar" - Parolen in den Medien wird ein vollkommen unrealistisches Bild von Sexualität, gekoppelt an übersteigerte Erwartungen, aufgebaut. Klappt’s dann nicht so wie bei den so genannten "Vorbildern" macht sich Frust im Bett breit.
Zu wenig Kommunikation
Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Wünsche und Bedürfnisse.
Zeitdruck
Vergessen Sie Timer und Handy! Liebe nach Terminplan funktioniert nicht. Versuchen Sie es mal mit Muße und Entspannung.
Reduzieren Sie Stress und Hektik. Wer beruflich oder privat unter Dauerstress leidet und nicht für Ausgleich sorgt, hat den Kopf nicht frei. Lernen Sie Abschalten. Entspannungsübungen, Yoga und autogenes Training - und es gibt noch viel mehr Möglichkeiten - sind sehr dafür geeignet.
Alltagstrott
Holen Sie sich gegenseitig mit Einfühlungsvermögen aus dem täglichen Einerlei. Auch Partnerschaft will gepflegt sein. Ergreifen Sie öfter einmal die Initiative und unternehmen Sie etwas gemeinsam (z.B. Kino- oder Theaterbesuch, romantisches Abendessen, etc.). Schaffen Sie Atmosphäre z.B. mit Blumen und Kerzenschein. Körperpflege nicht vergessen.
Lebensführung
Fehlende Bewegung beeinträchtigt das körperliche Allgemeinbefinden. Ausdauersportarten wie z.B. Schwimmen, Laufen, Radfahren oder Wandern, können hierbei für Abhilfe sorgen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Schlaf.
Gesunde Ernährung ist nicht nur wichtig, es kann auch unterhaltend sein, wenn man sich intensiver mit Nahrungsmitteln beschäftigt - deren aphrodisierende (luststeigernde) Eigenschaften sind manchmal verblüffend.
Laster
Verzichten Sie auf das Rauchen. Nikotingenuss beeinträchtigt u.a. die Durchblutung. Falls Ihr Partner/in nicht raucht, kann er/sie vielleicht plötzlich wieder besser "riechen".
Bei Alkohol gilt die Regel "alles in vernünftigen Maßen". Große Mengen Alkohol betäuben und haben negative Auswirkungen auf das Lustempfinden – ein "Gläschen" kann dagegen anregend wirken.
Weitere Ursachen
Unzufriedenheit in der Partnerschaft, sexuelle Langeweile, ungeklärte eigene sexuelle Orientierung, Depressionen, fehlende sexuelle Lust.
Denken Sie positiv! Negative Lebenseinstellungen lassen sich korrigieren.
Was kann man(n) / frau tun?
Es gibt viele Möglichkeiten, die sexuelle Potenz zu stärken: Man(n) kann pumpen, spritzen, schmieren und salben. Nachteil: Das sexuelle Erlebnis muss geplant werden und diese Möglichkeiten können nur Erfolg haben, wenn sie von der Partnerin mitgetragen werden. Auch chemisch definierte Mittel in Tablettenform erzeugen vielleicht eine dauerhafte Erektion, aber stimulieren nicht unbedingt die sexuelle Erlebnisfähigkeit.
Trotz Fortschritt und Emanzipation entdeckt die moderne Sexualmedizin die Frau erst allmählich. Obwohl Bedarf besteht: Laut einer Umfrage sprechen 21% der Frauen über sexuelle Störungen in der Sprechstunde bei ihrem Frauenarzt.
Turnera lässt die Herzen höher schlagen
Die indianische Naturmedizin ist reich an Lust steigernden Mitteln, aber gerade eine Pflanze namens Turnera hatte so einen guten Namen in Sachen Potenzsteigerung, dass sie über viele Jahrhunderte hinweg im Tauschhandel zu den nördlichen Indianerstämmen gelangte. Turnera heißt noch heute im Volksmund "Hierba del Venado" (Kraut des Hirsches) oder "Rompe camisa macho", zu deutsch "Zerreißt dem Mann das Hemd".
Sogar der Coca-Cola Erfinder Pemberton hatte ein tonisierendes Getränk mit Turnera, auch Damiana genannt, entwickelt.
Turnera diffusa oder Turnera aphrodisiaca ist vor allem im Golfgebiet Mexikos, der Karibik und im südlichen Afrika verbreitet.
Der gelb blühende, aromatisch riechende Strauch ist verwandt mit der Pflanzenfamilie der Passionsblumen und wurde bereits von den Azteken in Mittelamerika zur Bereitung eines Liebestrankes für Mann und Frau verwendet. Die Tropenpflanze sondert auf der Unterseite der Blätter ein ätherisches Öl ab, darin steckt der "Stoff" für mehr Sinnlichkeit.

|
|