Fit sein - fit bleiben

Fragen und Antworten zur Einnahme von Selen

Selen einzunehmen ist eine sinnvolle Option, wenn es darum geht die Selenzufuhr gezielt zu verbessern. Jedoch fragen sich viele, wie viel Selen denn überhaupt eingenommen werden sollte, welche Form sich am besten dafür eignet und manches mehr. In diesem Beitrag werden die wichtigsten Fragen zur Einnahme von Selen beantwortet.

Wie viel Selen pro Tag sollte ich aufnehmen?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass gesunde Erwachsene ab einer Zufuhr von etwa 105 µg Selen pro Tag optimal mit dem Spurenelement versorgt sein sollten. Entsprechend wird für diese Personengruppe eine Zufuhr von etwa  70 bis 300 µg Selen täglich als angemessen und sicher angesehen.
Da die tatsächliche Zufuhr über die Nahrung allerdings im Mittel darunter liegt, ist eine gezielte Nahrungsergänzung in Mengen bis zu 200 µg Selen pro Tag grundsätzlich empfehlenswert. Denn selbst bei einer dauerhaften Ergänzung von 200 µg Selen pro Tag, liegt die Gesamtzufuhr an Selen für Gesunde in einem angemessenen, sicheren Bereich. In diesem Sinne sind in Apotheken Nahrungsergänzungsmittel mit 50, 100 und 200 µg Selen erhältlich.

In Ländern wie den USA, Venezuela oder Canada sind übrigens für viele Personen Zufuhrmengen von mehr als 200 µg Selen täglich über die Nahrung normal [1].

PS: Die Referenzwerte zur Selenzufuhr für Kinder und Jugendliche sind entsprechend an das Lebensalter angepasst ► Gesundheitsthema Selen.

In welcher Form sollte Selen eingenommen werden?

Heute weiß man, dass anorganisches Selen als Natriumselenit hinsichtlich Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit besonders vorteilhaft ist:

Vorteil 1: Selen aus Natriumselenit ist für den Körper schnell und gut verfügbar und kann zielgerichtet in die selenabhängigen Enzyme eingebaut werden. Selen ist übrigens das einzige Spurenelement, dessen genaue Position in den Enzymen bereits in den Genen festgelegt ist.

Vorteil 2: Selen aus Natriumselenit wird im Körper nicht angereichert. Es wird nämlich vom Körper direkt als Selen erkannt und entsprechend weiterverwertet. Falls der Körper nicht alles Selen aus Natriumselenit benötigen sollte, kann er es schnell wieder ausscheiden. Hingegen ist bei organischen Selenformen, wie dem Selenomethionin, das Selen als Aminosäure „maskiert“. So kann es auch ganz ohne biologische Bedeutung anstelle der Aminosäure Methionin in Eiweiße eingebaut und im Körper angereichert werden.

Daher enthalten Selen-Arzneimittel als Wirkstoff anorganische Selenformen wie das Natriumselenit. Das Selen der Wahl.

Zu welcher Tageszeit sollte ich Selen einnehmen?

Die Tageszeit spielt bei der Einnahme von Selen zum Glück keine Rolle. Der Einnahmezeitpunkt kann nach Belieben frei gewählt werden.

Kann Selen mit Zink und anderen Nährstoffen zusammen eingenommen werden?

Selen kann jederzeit zusammen mit anderen Nährstoffen, wie Zink, Magnesium, Vitamin D oder B-Vitaminen eingenommen werden. Nur bei gleichzeitiger Einnahme mit Vitamin C ist Vorsicht geboten (s. Antwort zur nächste Frage).

Gibt es Stoffe, die die Aufnahme von Selen hemmen?

Eine gleichzeitige Einnahme von Natriumselenit zusammen mit einem Vitamin C-Präparat sollte vermieden werden – da hierdurch die optimale Verfügbarkeit von Natriumselenit beeinträchtigt werden kann. Um das zu umgehen, reicht aber eine zeitlich versetzte Einnahme um eine Stunde bereits aus.
Andere reduzierende Stoffe in der Nahrung und auch der natürliche Vitamin C-Gehalt in Lebensmitteln sind hier im Allgemeinen vernachlässigbar.

Kann man Selen und Arzneimittel zusammen einnehmen, z.B. L-Thyroxin?

Uns liegen keine Hinweise vor, dass Selen als Natriumselenit die Aufnahme und Wirkung von gängigen Arzneistoffen wie z.B. L-Thyroxin stören würde.

Auch für andere Wirkstoffe sind keine Interaktionen bekannt.
Selbst im Rahmen einer Chemotherapie wird der Einsatz des anorganischen Selenits zum Ausgleich eines Selenmangels empfohlen [3].
Sicherheitshalber raten wir aber dazu, den Beipackzettel der jeweiligen Arzneimittel nochmals dahingehend zu prüfen.

Hat die Einnahme von Natriumselenit Nebenwirkungen?

Bei einer Einnahme entsprechend den Verzehrs- bzw. Dosierungsempfehlungen sind bisher keine unerwünschten Wirkungen bekannt geworden.

Erst bei Überdosierungen – durch längerfristige Einnahme von Selen in Dosierungen > 1000 µg täglich - wurden Symptome wie knoblauchartiger Atem, gastrointestinale Beschwerden, Kopfschmerzen und Haarausfall beobachtet.
Für akute Selenvergiftungen müsste Selen in Gramm-Dosierungen eingenommen werden.

Kann man Natriumselenit dauerhaft ergänzen?

Ja. In Mengen bis 200 µg Selen pro Tag ist die Dauer einer Einnahme für Erwachsene grundsätzlich nicht begrenzt.

Die Cefak befasst sich seit rund 40 Jahren mit der therapeutischen Anwendung von Selen und platzierte 1984 das erste Selen-Arzneimittel Deutschlands in Apotheken.
► Hier mehr über den Selen-Pionier Cefak erfahren.

Quellen:
1. Combs. Selenium in global food systems. Br J Nutr 2001;85:517–47.
2. Du Laing et al. Course and Survival of COVID-19 Patients with Comorbidities in Relation to the Trace Element Status at Hospital Admission. Nutrients. 2021;13(10):3304.
3. Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Onkologie (PRIO) der Deutschen Krebsgesellschaft. Leitfaden zur komplementär-medizinischen Beratung in der Onkologie: Faktenblatt Selen; 2021 [cited 2022 Jan 10].

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