Fit sein - fit bleiben

Tipps für den Erhalt Deiner Gesundheit - zum heutigen Weltkrebstag

Etwa jeder zweite Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs – doch das müsste nicht sein!

Der Begriff Krebs steht für die verschiedenen Krankheiten, die durch bösartig veränderte Zellen verursacht werden. Experten schätzen, dass rund 40 Prozent der Krebsfälle durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar wären – das wären alleine in Deutschland rund 200.000 weniger neue Diagnosen pro Jahr [1].

Fast jeder weiß, dass der größte Risikofaktor für Krebs das Rauchen ist, gefolgt von ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel. Doch gerade in Belastungssituationen und bei Stress verhalten sich viele Menschen eher gesundheitsschädigend: Sie ernähren sich ungesünder, greifen häufiger zur Zigarette oder trinken mehr Alkohol.

Auch wenn es für den Einzelnen keine Garantie gibt, kann jeder im Alltag doch etwas (mehr) für sich und den Erhalt seiner Gesundheit tun:

Schlechte Ernährungs- und Genussgewohnheiten loswerden

Empfehlenswert ist, das weiß eigentlich jeder, dass häufig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst auf dem Speiseplan stehen. Kalorienreiche Lebensmittel, die viel Zucker und Fett enthalten, sollten gemieden werden. Zudem ist es ratsam den Anteil an rotem Fleisch und von verarbeiteten Fleischwaren wie Salami, Schinken oder Würstchen (die z.B. durch Salzen, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht werden) gering zu halten*.

Die Krux dabei: wir lassen uns bereits bei der Auswahl der Lebensmittel und Gerichte eher von Genussfaktoren leiten, als dass wir an den langfristigen Erhalt der Gesundheit denken – und entscheiden häufig einfach „aus dem Bauch“. Auch definiert jeder „viel“ und „wenig“ anders. Dabei führen wir uns im Verhältnis gerne zu viel Energie und nicht selten zu wenige lebenswichtige Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu.

Problematisch ist zum Beispiel eine mangelhafte Zufuhr des Spurenelementes Selen, das für den Zellschutz und die Immunfunktion lebenswichtig ist. Insgesamt zeigt sich hinsichtlich der Häufigkeit vieler Tumorarten ein umgekehrter Zusammenhang mit der Selenversorgung [2-5]. Selen entsprechend der Empfehlungen der Ernährungswissenschaftler zuzuführen, gelingt Studien zufolge hierzulande eher weniger [6,7]. Dazu kommt, dass in Europa (= selenarme Böden) vor allem tierische Lebensmittel die zuverlässigen Selenzufuhrquellen darstellen – dabei sollte hinsichtlich anderer Risikofaktoren für Krebserkrankungen gerade die Fleischzufuhr gering gehalten werden. In Ländern mit hohen Selengehalten in den Böden (und damit höheren Selenmengen in den lokal angebauten pflanzlichen Lebensmitteln), wie in den USA oder Canada, wirkt sich ein Fleischverzicht positiv auf das Darmkrebsrisiko aus. Dieser Effekt konnte in Europa jedoch bisher nicht bestätigt werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Selenversorgung hierbei auch die entscheidende Schlüsselrolle zukommen könnte. Auch Untersuchungen der LMU München bestätigten, dass Vegetarier und Veganer noch zu einem höheren Prozentsatz von einer Selenunterversorgung betroffen sind als „Mischköstler“ [7,8].

Eine weitere Rolle für das Krebsrisiko spielen kann zudem die Versorgung mit Vitaminen (wie mit Vitamin D oder C) und weiteren lebenswichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen (z.B. Zink), die Zufuhr mehrfach-ungesättigter Fettsäuren (Verhältnis der Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren) – sowie die Menge und Zusammensetzung der Ballaststoffe.

Auch Alkohol und Rauchen schwächen die Mikronährstoffversorgung

Der schädigende Effekt von zu viel Alkohol gilt als gesichert. Es lohnt daher das eigene Trinkverhalten und die konsumierten Mengen nicht zu unterschätzen. Mindestens an zwei Tagen in der Woche solltest Du ganz auf Alkohol verzichten. Frauen sollten am Tag nicht mehr als einen Viertelliter Bier oder einen Achtelliter Wein trinken, Männer „vertragen“ etwa das Doppelte.
Bereits moderater aber regelmäßiger Alkoholkonsum  kann die Entstehung von Übergewicht begünstigen (eigener Energiegehalt, appetitfördernde Wirkung und Hemmung des Fettabbaus) und den Mikronährstoffstatus beeinflussen, z.B. die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen (wie Magnesium, Zink, Selen) sowie mit wasserlöslichen B-Vitaminen.
Die effektivste Möglichkeit das Krebsrisiko zu senken ist mit dem Rauchen aufzuhören. Denn wer raucht, nimmt eine Vielzahl chemischer Substanzen auf, die der Körper abbauen muss. Dabei entstehen vermehrt freie Radikale, die eine Gefahr für die Gesundheit unserer Zellen darstellen. Die Zellen sind dann auf ausreichend antioxidative Enzyme (wie die selenabhängigen Glutathion-Peroxidasen) angewiesen und es werden vermehrt Antioxidantien wie etwa Vitamin C verbraucht. Rauchen verursacht übrigens nicht nur Lungenkrebs, sondern auch eine ganze Reihe anderer Krebserkrankungen. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele weitere Krankheiten.

Dem Bewegungsmangel und Übergewicht ein Ende bereiten

Bewegungsmangel und Übergewicht sind mit die größten Gesundheitsprobleme in der heutigen Zeit – und werden aktuell durch die Corona-Pandemie noch verschärft. Nicht nur das Skelett und die Muskeln brauchen die Bewegung, auch das Herz-Kreislauf-System und der Stoffwechsel werden dadurch angeregt. Unser Immunsystem wird besonders durch Aktivitäten an der frischen Luft gestärkt. Doch Bewegung verbessert nicht nur das körperliche und psychische Wohlbefinden sondern steigert auch die Stresstoleranz.

Dein tägliches Bewegungspensum sollte daher mindestens 30 Minuten betragen. Auch hier bringen bereits kleine Veränderungen im Alltag etwas, z.B. kannst Du versuchen langes Sitzen zu vermeiden bzw. immer wieder durch etwas Bewegung zu unterbrechen. Anstelle des Fahrstuhls könntest Du die Treppe benutzen und kleinere Strecken zu Fuß gehen bzw. mit dem Fahrrad fahren.

Körperliche Aktivität kann Dich auch dabei unterstützen Dein Gewicht zu halten bzw. dabei abzunehmen.

Zum Krebsrisiko bei Übergewicht

Wenn Du übergewichtig bist, nehme nicht weiter zu und versuche etwas Gewicht zu reduzieren. Denn mit zunehmendem Übergewicht steigt das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Dabei gehen Wissenschaftler heute davon aus, dass insbesondere das zwischen den Organen liegende Bauchfett, das sogenannte viszerale Fett, zum Krebsrisiko beiträgt. Aus diesem werden bestimmte Stoffe wie Entzündungsbotenstoffe und Hormone vermehrt freigesetzt, die zu einer Art chronisch-entzündlichem Zustand führen und somit das Risiko für Krebs erhöhen können [9]. Die gute Nachricht dabei: Mit jedem Kilo, das Übergewichtige abnehmen, sinken auch wieder die Spiegel dieser Stoffe und damit auch das Krebsrisiko [10,11]. Mit welcher Art und Weise die Gewichtsabnahme erreicht wird scheint dabei egal zu sein.

Auf ausreichend Sonnenschutz achten – dabei aber die Vitamin D-Versorgung im Blick haben

Der Körper benötigt die UV-B-Strahlung in den Sommermonaten um die Vitamin D-Bildung in der Haut anzukurbeln. Jedoch ist die UV-Strahlung ein anerkannter Risikofaktor für Hautkrebs – und zwar unabhängig davon, ob diese von der Sonne oder aus einer künstlichen Quelle stammt. Das intensive Sonnenlicht um die Mittagszeit sollte im Sommer daher aus Krebsschutzgründen gemieden werden. Bei Kindern und Jugendlichen muss zudem konsequent auf sehr guten Sonnenschutz geachtet werden. Hellhäutige Menschen sind darüber hinaus empfindlicher als dunkelhäutige und benötigen einen höheren Lichtschutz, wenn sie in die Sonne gehen. Die Verwendung von Sonnenschutzmitteln kann die Vitamin D-Bildung im Körper allerdings effektiv unterbinden. Erhebungen zeigen, dass in Deutschland etwa 60 % der Erwachsenen und fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen unzureichend mit Vitamin D versorgt sind [12]. Als sicherster Weg für eine gute Vitamin D-Versorgung empfiehlt sich in unseren Breiten die gezielte Ergänzung des Sonnenvitamins mit geeigneten Produkten aus der Apotheke.
► mehr zur Bedeutung einer guten Vitamin D-Versorgung

An Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, ggf. vorsorglich impfen lassen

Früherkennungsuntersuchungen haben das Ziel, Erkrankungen möglichst in der Anfangsphase aufzuspüren. Denn in den frühen Stadien lassen sich Krebserkrankungen meist schonender und erfolgreicher behandeln. Informiere Dich daher z.B. bei Deiner Krankenversicherung oder beim Krebsinformationsdienst über die Untersuchungen, an denen Du zulasten Deiner Krankenversicherung teilnehmen kannst.

Es gibt mehrere Viren, die Krebs auslösen können. Sind Impfstoffe vorhanden, kann eine Impfung das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senken. So reduziert eine Schutzimpfung gegen humane Papillomviren (HPV) bei Mädchen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs – aber auch für weitere Krebsarten und wird daher auch für Jungen empfohlen.

Vorsicht bei chronischen Entzündungen

HPV und viele weitere Viren (Hepatitis-B/C-Viren, Epstein-Barr-Virus und viele mehr) erhöhen bei einer Infektion den oxidativen Stress im Körper und stellen dabei die antioxidativen Schutzsysteme zum Teil über lange Zeit auf die Probe [13]. Aber auch Bakterien oder Parasiten können chronische Entzündungen auslösen. Diese Entzündungen zehren an der Mikronährstoffversorgung. Unterversorgungen können die Entzündung gegebenenfalls verstärken und die Entstehung von Krebs mitbegünstigen. Circa 20 Prozent aller Krebsneuerkrankungen sollen permanenten Entzündungen geschuldet sein [14].

Fazit: Zum Erhalt einer guten Gesundheit lohnt es sich stets auf eine optimale Mikronährstoffversorgung zu achten. Wenn Dir das mit Deiner Ernährung nicht gelingt, solltest Du zur Vermeidung einer Unterversorgung entsprechende Mikronährstoffe (wie Selen, Vitamin D) gezielt ergänzen.

Falls bei Dir eine chronisch entzündliche Erkrankung – z.B. des Darms, wie Morbus Crohn, oder eine Autoimmunerkrankung, wie Rheuma – oder bereits eine Krebserkrankung festgestellt wurde, empfehlen wir Deine Mikronährstoffversorgung anhand einer Blutuntersuchung bestimmen zu lassen und einen diagnostizierten Mangel umgehend, ggf. therapiebegleitend, auszugleichen.

* im Schnitt wird in Deutschland deutlich mehr Fleisch und verarbeitete Fleischwaren gegessen als von den Ernährungsgesellschaften empfohlen wird.

Quellen:
1. BMBF_NDK. Krebs in Deutschland – Daten und Fakten. www.bmbf.de. Stand 02.02.2021
2. Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Onkologie (PRIO) der Deutschen Krebsgesellschaft. Leitfaden zur komplementär-medizinischen Beratung in der Onkologie: Faktenblatt Selen; 2020
3. Kuria et al. Does dietary intake of selenium protect against cancer? A systematic review and meta-analysis of population-based prospective studies: Crit Rev Food Sci Nutr. 2020;60(4):684-694
4. Hughes et al. Prediagnostic selenium status and hepatobiliary cancer risk in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition cohort. Am J Clin Nutr. 2016 Aug;104(2):406-14
5. Lee et al. Effects of selenium supplements on cancer prevention: meta-analysis of randomized controlled trials. Nutr Cancer. 2011 Nov;63(8):1185-95
6. Stoffaneller & Morse. A Review of Dietary Selenium Intake and Selenium Status in Europe and the Middle East. Nutrients 2015;7:1494–537
7. Hildbrand. Validität der Abschätzung der Jod- und Selenzufuhr anhand eines Food-Frequency-Tables und der Versorgung mit diesen beiden Spurenelementen ermittelt durch die Jodurie und Plasmaselenwerte bei omnivor, lactovegetarisch und vegan sich ernährenden Personen [Dissertation, LMU München]; 2014
8. Sobiecki. Vegetarianism and colorectal cancer risk in a low-selenium environment: effect modification by selenium status? A possible factor contributing to the null results in British vegetarians. European journal of nutrition 2017;56:1819–1832
9. Deutsches Krebsforschungszentrum. Die Fett-Zellen und der Krebs. 2016 www.dkfz.de (zuletzt abgerufen am 02.02.2021)
10. Byers & Sedjo. Does intentional weight loss reduce cancer risk? Diabetes Obes Metab . 2011 Dec;13(12):1063-72
11. Linkov et al. Longitudinal evaluation of cancer-associated biomarkers before and after weight loss in RENEW study participants: implications for cancer risk reduction. Gynecol Oncol. 2012 Apr;125(1):114-9
12. Robert Koch Institut (RKI). Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D. Stand 25.1.2019
13. Guillin et al. Selenium, Selenoproteins and Viral Infection. Nutrients 2019;11:pii: E2101
14. Frankfurter Rundschau. Verstärkte Prävention: Weltkrebstag: Lebensstil vermindert Risiko. Online aktualisiert am: 26.01.2

 

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