Phosphatidylserin - wichtig für die Gehirnfunktion

Als Bestandteil von Zellmembranen kommt Phosphatidylserin (PS) in höheren Mengen vor allem in Zellen des Nervensystems vor, wo es wichtige Funktionen hat.

Phosphatidylserin (PS) ist ein natürlich vorkommendes Phospholipid. Phospholipide sind am Aufbau der Lipiddoppelschicht von Zell- und Biomembranen beteiligt und kommen in allen tierischen und pflanzlichen Zellen vor. Sie sind zusammengesetzt aus einem Glycerin mit zwei veresterten Fettsäureresten und einem wasserliebenden Kopfteil, mit einer Phosphatgruppe, die nochmals verestert werden kann. Beim Phosphatidylserin ist an der Phosphatgruppe noch die Aminosäure Serin gebunden.

Das Phosphatidylserin kann über die Nahrung aufgenommen oder vom Körper selbst hergestellt werden. Es ist in allen Zelltypen vorhanden, aber besonders reichlich in den Zellen des Nervensystems. Mit zunehmendem Alter lässt die körpereigene Produktion allerdings nach [1].
Als Bestandteil von Zellmembranen ist Phosphatidylserin essentiell für die Funktion der Zellen im Körper. Denn Membranphospholipide spielen eine Rolle bei der Zell-Kommunikation – wie z. B. dem Informationsaustausch zwischen Nervenzellen. So beeinflusst Phosphatidylserin unter anderem den Stoffwechsel der Nerven-Botenstoffe Acetylcholin, Noradrenalin, Serotonin und Dopamin [2]. In Studien konnten positive Effekte von Phosphatidylserin auf die Gedächtnisleistung und den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten gezeigt werden [1,2].
Phosphatidylserin kommt als Bestandteil von Zellmembranen natürlicherweise in unserer Nahrung vor. Es ist sehr gut bioverfügbar und überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke [2]. 

Jedes Lebensmittel biologischen Ursprungs (Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch) enthält etwas Phosphatidylserin, selbst Muttermilch. Die besten Lieferanten sind dabei Fleisch und Fisch. In Milchprodukten oder in Gemüse (ausgenommen Weiße Bohnen) finden sich nur geringe Mengen Phosphatidylserin [3]. Auf etwa 130 mg pro Tag wird die durchschnittliche Aufnahme durch normale Ernährung geschätzt [4]. Bei fettreduzierter und vegetarischer / veganer Ernährung liegt die Zufuhr deutlich niedriger.
Referenzwerte für eine ausreichende Zufuhr oder einem Mangel an Phosphatidylserin gibt es derzeit nicht. Lediglich Risikofaktoren sind bekannt – wie das Alter oder bestimmte Ernährungsformen, die eine unzureichende Versorgung mit den nötigen Phospholipid-Bausteinen oder mit Phosphatidylserin selbst zur Folge haben können. 

In manchen Situationen, wie Lern-/Prüfungsphasen oder stressige Zeiten, könnte der Bedarf zudem erhöht sein. Eine Bestimmung von Phosphatidylserin im Blut ist in der Praxis nicht üblich. Eine beeinträchtige Gehirnfunktion kann jedoch auf einen Mangel hinweisen. Mögliche Symptome könnten sein: 

Beeinträchtigung von 
  • Konzentration und Aufmerksamkeit 
  • Erinnerungs- und Lernleistung 
  • Denkvermögen, Sprache und Motorik
Die Dosierung bei einer möglichen Unterversorgung beträgt in der Regel 100-300 mg Phosphatidylserin pro Tag. Diese Einnahmemengen gelten als sicher. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Empfehlenswert ist eine längerfristige Einnahme über mehrere Wochen.
Die Einnahme von Phosphatidylserin ist grundsätzlich nicht an eine bestimmte Tageszeit gebunden.

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Phosphatidylserin - wichtiger Baustein für unser Gehirn 


Phosphatidylserin ist als essentieller Baustein unserer Nervenzellen wichtig für die kognitive Gesundheit und Gehirnfunktion.

1. Phosphatidylserine. Monograph. Altern Med Rev. 1999;4(2):115-7.
2. Glade & Smith. Phosphatidylserine and the human brain. Nutrition. 2015;31(6):781-6.
3. S. W. Souci, E. Fachmann, H. Kraut: Food Composition and Nutrition Tables. Medpharm Scientific Publishers Stuttgart. 2008.
4. Hamm M. Nutritional-scientific statement on the change of nutritive provision with phosphatidylserine. 2002.
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